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Capex

Inhalt

In der modernen Geschäftswelt, die sich durch ständigen Wandel und Wettbewerb auszeichnet, spielt die effiziente Allokation von Kapital eine entscheidende Rolle für den langfristigen Erfolg von Unternehmen. Ein zentraler Begriff in diesem Zusammenhang sind die Investitionsausgaben, international bekannt als Capex (kurz für Capital Expenditure oder Capital Expenditures). Im Schweizer Wirtschaftsumfeld, das sich durch seine Stabilität, hohe Innovationskraft und einen starken Fokus auf Qualität auszeichnet, hat die strategische Planung und Verwaltung von Capex eine besonders hohe Relevanz.

 

Begriff und Definition

Capex, oder Kapitalausgaben, bezieht sich auf die Ausgaben, die ein Unternehmen tätigt, um Anlagevermögen zu erwerben, zu verbessern oder zu erhalten. Dieses Anlagevermögen umfasst materielle Güter wie Gebäude, Maschinen, Fahrzeuge, aber auch immaterielle Vermögenswerte wie Patente oder Softwarelizenzen, die für einen längeren Zeitraum genutzt werden. Im Gegensatz zu den Betriebsausgaben (Opex, kurz für Operational Expenditure oder Operational Expenditures), die für den laufenden Geschäftsbetrieb anfallen und kurzfristig verbraucht werden, sind Capex-Ausgaben darauf ausgelegt, zukünftigen Nutzen zu stiften und die Produktionskapazität oder Effizienz eines Unternehmens über eine längere Nutzungsdauer zu erhöhen.

 

Berechnung von Capex

Die Berechnung dieser Kennzahl ist ein wichtiger Bestandteil der Finanzanalyse und kann auf verschiedene Weisen erfolgen, oft basierend auf Daten aus dem Cash Flow Statement (Kapitalflussrechnung) eines Unternehmens. Eine gängige Methode zur Berechnung von Capex ist:

Capex = Nettozugänge zum Anlagevermögen + Abschreibungen

Oder, vereinfacht ausgedrückt:

Capex = Kauf von Sachanlagen, Maschinen und Ausrüstung – Erlöse aus dem Verkauf von Sachanlagen, Maschinen und Ausrüstung + Abschreibungen

Im Schweizer Finanzberichtswesen, insbesondere bei Unternehmen, die nach den Swiss GAAP FER oder IFRS bilanzieren, sind die Posten für Neuinvestitionen und Verkäufe von Sachanlagen im Investitions-Cashflow detailliert aufgeführt. Die Abschreibungen sind der Wertverlust des Anlagevermögens über seine Nutzungsdauer und finden sich in der Gewinn- und Verlustrechnung wieder. Sie werden bei der Berechnung berücksichtigt, da sie den nicht-liquiditätswirksamen Teil des Wertverlusts darstellen und die tatsächlichen Investitionsausgaben ausweisen sollen.

 

Beispiel

Stellen Sie sich ein Schweizer Bauunternehmen vor, das seine Flotte von Baumaschinen modernisieren möchte, um effizienter arbeiten zu können und neue Aufträge anzunehmen. Das Unternehmen investiert CHF 1 Million in den Kauf von drei neuen Baggern und CHF 200’000 in Upgrades seiner bestehenden Lastwagen. Gleichzeitig verkauft es eine alte Planierraupe für CHF 50’000. Die jährlichen Abschreibungen auf das gesamte Anlagevermögen des Unternehmens betragen CHF 300’000.

Die Capex für dieses Jahr wären dann:

  • Nettozugänge zum Anlagevermögen: (Kauf neue Bagger + Upgrades Lastwagen) – Erlös alter Planierraupe = (CHF 1’000’000 + CHF 200’000) – CHF 50’000 = CHF 1’150’000

  • Abschreibungen: CHF 300’000

Capex = CHF 1’150’000 (Nettozugänge) + CHF 300’000 (Abschreibungen) = CHF 1’450’000

Dieses Beispiel verdeutlicht, dass Capex nicht nur den reinen Kauf neuer Anlagegüter umfasst, sondern auch Upgrades und die Berücksichtigung von Abschreibungen.

 

Bedeutung

Die Bedeutung von Capex ist vielschichtig und reicht weit über die reine Buchhaltung hinaus. Sie ist ein fundamentaler Indikator für die strategische Ausrichtung, die finanzielle Gesundheit und das Zukunftspotenzial eines Unternehmencas. Im dynamischen Schweizer Markt, wo Innovation und Effizienz entscheidend sind, ist das Verständnis und die gezielte Steuerung dieser Kennzahl unerlässlich.

 

Grundlagen

Capex ist ein Indikator für die zukünftige Leistungsfähigkeit und Wettbewerbsfähigkeit eines Unternehmens. Hohe Investitionsausgaben können auf Wachstumsorientierung, Expansion oder die Notwendigkeit von Modernisierungen hindeuten. Für Investoren und Finanzanalysten in der Schweiz sind die Capex-Ausgaben ein entscheidender Faktor bei der Bewertung der zukünftigen Ertragsaussichten und der Stärke des Cash Flow eines Unternehmens. Sie geben Aufschluss darüber, wie stark ein Unternehmen in die Aufrechterhaltung und Erweiterung seiner operativen Basis investiert.

 

Arten von Capex

Grundsätzlich können zwei Hauptarten von Capex unterschieden werden:

  1. Erhaltungs-Capex (Maintenance Capex): Diese Investitionsausgaben dienen dazu, das bestehende Anlagevermögen in funktionsfähigem Zustand zu halten. Beispiele hierfür sind Reparaturen, Instandhaltung oder der Ersatz alternder Maschinen. Ohne diese Kennzahl würde die Produktivität des Unternehmens im Laufe der Zeit sinken.

  2. Wachstums-Capex (Growth Capex): Diese Kapitalausgaben werden getätigt, um die Produktionskapazität zu erweitern, neue Märkte zu erschliessen oder neue Produkte zu entwickeln. Beispiele sind der Bau einer neuen Fabrik, die Anschaffung zusätzlicher Maschinen zur Produktionssteigerung oder die Investition in Forschung und Entwicklung. Diese Variante ist direkt auf das Unternehmenswachstum und die Steigerung des Unternehmenswerts ausgerichtet.

 

Buchhalterische Behandlung von Capex

Die buchhalterische Behandlung von Capex unterscheidet sich grundlegend von der von Opex. Während Operational Expenditures wie Gehälter, Miete oder Energiekosten direkt in der Gewinn- und Verlustrechnung als Aufwand des laufenden Geschäftsjahres verbucht werden, werden Capex-Ausgaben als Aktivum in der Bilanz, genauer gesagt unter PP&E (Property, Plant and Equipment) oder Sachanlagen, ausgewiesen. Der Wert dieser Anlagegüter wird über ihre Nutzungsdauer hinweg periodisch durch Abschreibungen als Aufwand in der Gewinn- und Verlustrechnung verteilt. Diese Abschreibungen spiegeln den Wertverlust des Anlagevermögens wider und mindern den steuerbaren Gewinn.

 

Anwendung

Capex findet in nahezu jeder Branche Anwendung. Ein produzierendes Unternehmen investiert in Maschinen und Anlagen, ein Immobilienentwickler in Grundstücke und Gebäude, und ein Technologieunternehmen in Server, Softwarelizenzen und Forschung. Im Dienstleistungssektor, beispielsweise bei Beratungsfirmen oder im Bereich Social Media, können Capex-Ausgaben auch den Erwerb von spezialisierter Software oder Hardware für Datenanalyse oder Content-Erstellung umfassen. Unternehmen in der Schweiz nutzen Capex strategisch, um ihre Wettbewerbsfähigkeit zu sichern und auszubauen, sei es durch Investitionen in modernste Fertigungstechnologien, die Erweiterung ihrer Infrastruktur oder die Digitalisierung von Geschäftsprozessen.

 

Vor- und Nachteile

Die Entscheidung für Capex-Ausgaben birgt sowohl Vorteile als auch Nachteile:

Vorteile:

  • Langfristige Wertschöpfung: Capex schafft langfristige Vermögenswerte, die über viele Jahre hinweg Erträge generieren können und den Unternehmenswert steigern.

  • Kontrolle: Unternehmen behalten die volle Kontrolle über ihre Anlagegüter und deren Nutzung.

  • Steuervorteile: Abschreibungen auf Capex mindern den steuerbaren Gewinn.

  • Wettbewerbsvorteil: Investitionen in modernste Technologien oder Anlagen können einen erheblichen Wettbewerbsvorteil verschaffen.

Nachteile:

  • Hohe Anfangsinvestitionen: Capex-Ausgaben erfordern oft erhebliche Investitionskosten, die den Cash Flow belasten können.

  • Geringe Flexibilität: Einmal getätigte Capex-Ausgaben sind schwer rückgängig zu machen und können bei sich ändernden Marktbedingungen zu Fehlinvestitionen führen.

  • Wertverlust: Das Anlagevermögen unterliegt dem Wertverlust durch Abschreibungen und Veralterung.

  • Instandhaltungskosten: Mit dem Besitz von Anlagegütern gehen laufende Betriebskosten für Wartung und Reparaturen einher.

 

Capex vs. Opex

Das Verständnis von Capex vs. Opex ist essenziell für die Finanzplanung und -analyse. Während Capex Ausgaben für langfristige Vermögenswerte sind, die über die Nutzungsdauer abgeschrieben werden, stellen Opex (auch Operating Expenses oder Betriebsausgaben) die Betriebskosten für den täglichen Geschäftsbetrieb dar. Beispiele für Opex sind Gehälter, Miete, Stromkosten, Marketingausgaben oder Wartungsverträge.

Ein zunehmender Trend, insbesondere in der IT-Branche, ist der Übergang von Capex zu Opex durch sogenannte «As-a-Service»-Modelle. Unternehmen mieten Software (SaaS), Plattformen (PaaS) oder Infrastruktur (IaaS) und zahlen dafür wiederkehrende Gebühren, anstatt die Software zu kaufen und diese selbst zu betreiben. Dies wandelt Investitionskosten in Betriebskosten um, was den Cash Flow schont und die Flexibilität erhöht.

Die sorgfältige Unterscheidung zwischen Capex und Opex ist entscheidend für die korrekte Darstellung der Finanzlage eines Unternehmens in der Gewinn- und Verlustrechnung und der Bilanz und somit für die strategische Entscheidungsfindung und die Attraktivität für Investoren im Schweizer Finanzmarkt. Die strategische Balance zwischen diesen beiden Ausgabenarten ist ein Kernpunkt jeder erfolgreichen Finanzplanung.

«Im anspruchsvollen Verkaufsprozess würden wir jederzeit wieder mit Trown Partners zusammenarbeiten. Den persönlichen und professionellen Austausch haben wir sehr geschätzt.»

Urs Antener / Thomas Widmer, Gründer und Verkäufer AAA EDV

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