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EBITDA

Inhalt

EBITDA ist eine der zentralen betriebswirtschaftlichen Kennzahlen in der modernen Unternehmensfinanzierung – und wer ein Unternehmen kaufen oder verkaufen möchte, kommt an ihr nicht vorbei. Ob im Bankgespräch, in der Investorenpräsentation oder in einer M&A-Transaktion: Das EBITDA taucht regelmässig auf, wenn es darum geht, die operative Ertragskraft eines Unternehmens zu beurteilen. Dieser Glossarbeitrag erklärt, was hinter der Abkürzung steckt, wie die Berechnung des EBITDA funktioniert, welche Varianten es gibt und welche Grenzen die Kennzahl hat.


Definition und Bedeutung: Was ist EBITDA?

EBITDA bezeichnet den Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen und misst damit die operative Ertragskraft eines Unternehmens, unabhängig von seiner Kapitalstruktur und seinen Steuerverhältnissen.

Die Abkürzung steht für:

  • E — Earnings (Jahresüberschuss / Nettogewinn als Ausgangspunkt der Berechnung)
  • B — Before (vor Abzug der folgenden Positionen)
  • I — Interest (Zinsergebnis bzw. Zinsaufwand und Zinsertrag)
  • T — Taxes (Ertragsteuern, also der gesamte Steueraufwand auf den Gewinn)
  • D — Depreciation (planmässige Abschreibungen auf Sachanlagen)
  • A — Amortization (Amortisation bzw. Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte wie Goodwill oder Patente)

Ausgesprochen wird die Kennzahl auf Englisch «Earnings Before Interest, Taxes, Depreciation and Amortization» – auf Deutsch spricht man auch vom Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen oder schlicht vom operativen Ergebnis vor Abschreibungen.

Für uns und die Begleitung von Unternehmenstransaktionen im Schweizer KMU-Markt ist das EBITDA ein unverzichtbares Instrument. Es bildet die Grundlage für die Unternehmensbewertung, für Kaufpreisverhandlungen und für den Branchenvergleich zwischen verschiedenen Firmen.


Die Bestandteile des EBITDA im Detail

Um das EBITDA richtig zu verstehen, lohnt es sich, jeden der fünf Bestandteile einzeln zu betrachten. Stellen Sie sich einen Wasserfall vor, der vom Nettoegewinn schrittweise zum EBITDA hinaufführt:

  • Earnings (Jahresüberschuss): Der Jahresüberschuss ist der Ausgangspunkt – das ist der Nettogewinn, der nach Zinsen, Steuern und allen Abschreibungen verbleibt. Er steht zuunterst in der Gewinn- und Verlustrechnung (GuV).
  • Interest (Zinsen): Das Finanzergebnis – also Zinsaufwand abzüglich Zinserträgen – wird wieder hinzugerechnet, weil es die Kapitalstruktur widerspiegelt und nicht die operative Leistung des Unternehmens.
  • Taxes (Steuern): Der gesamte Steueraufwand abzüglich möglicher Steuererträge (Körperschaftssteuer, Gewinnsteuer im Schweizer Kontext) wird addiert, da Steuersätze je nach Land und Kanton variieren und die Vergleichbarkeit verzerren würden.
  • Depreciation (Abschreibungen auf Sachanlagen): Planmässige Abschreibungen auf materielle Vermögenswerte wie Maschinen, Fahrzeuge oder Gebäude werden eliminiert, weil sie nicht-liquiditätswirksam sind.
  • Amortization (Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte): Wertminderungen auf immaterielle Vermögensgegenstände – etwa auf Goodwill nach einer Akquisition, auf Markenrechte oder Softwarelizenzen – werden ebenfalls herausgerechnet. Depreciation and Amortization werden häufig zusammen als «D&A» bezeichnet.
  •  

Berechnung des EBITDA: Formel und Rechenbeispiel

Die zwei Berechnungswege

Es gibt zwei Wege, um zum EBITDA zu gelangen:

Top-Down-Ansatz (ausgehend vom Nettogewinn):

EBITDA = Jahresüberschuss + Zinsaufwand (netto) + Steueraufwand + Depreciation + Amortization

Bottom-Up-Ansatz (ausgehend vom Umsatz):

EBITDA = Umsatz − Materialaufwand / COGS − Betriebsausgaben (ohne D&A)

Beide Ansätze führen zum gleichen Ergebnis. Der Top-Down-Ansatz ist in der Praxis gängiger, weil er direkt auf den Positionen der GuV aufbaut. Im Gesamtkostenverfahren oder im Umsatzkostenverfahren lassen sich die notwendigen Grössen direkt aus dem Jahresabschluss ablesen.

Wo finden sich die Einzelgrössen in der GuV?

Der Jahresüberschuss steht am Ende der GuV. Zinsen finden sich im Finanzergebnis. Der Steueraufwand ist als separate Position ausgewiesen. Abschreibungen tauchen entweder als eigene Zeile im Gesamtkostenverfahren auf oder müssen aus dem Anhang entnommen werden, wenn das Unternehmen nach dem Umsatzkostenverfahren bilanziert.

Rechenbeispiel: Fiktives Schweizer KMU

Nehmen wir ein fiktives Schweizer Produktionsunternehmen. Der Jahresüberschuss beträgt CHF 480’000. Dazu addieren wir den Zinsaufwand (netto) von CHF 95’000, den Steueraufwand von CHF 160’000, die Abschreibungen auf Sachanlagen von CHF 210’000 sowie die Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte von CHF 55’000. Das ergibt ein EBITDA von CHF 1’000’000.

Das EBITDA dieses Unternehmens beträgt 1 Million Franken. Bei einem Umsatz von 8 Millionen Franken entspricht das einer EBITDA-Marge von 12.5 Prozent.

Ein wichtiger Hinweis: Das EBITDA ist keine nach IFRS oder Swiss GAAP FER vorgeschriebene Pflichtangabe. Es handelt sich um eine sogenannte Non-GAAP-Kennzahl, die jedes Unternehmen nach eigenem Ermessen definieren und ausweisen kann – was Vergleiche zuweilen erschwert.


Wozu dient das EBITDA?

Das EBITDA hat sich in vielen Bereichen als Standardgrösse etabliert. Die wichtigsten Anwendungsfelder:

  • Operative Ertragskraft messen: Das EBITDA zeigt, wie profitabel das operative Geschäft eines Unternehmens ist, ohne den Einfluss von Finanzierungsstruktur, Steuerlast und Abschreibungspolitik.
  • Vergleich von Unternehmen: Weil Kapitalstruktur und Steuersätze herausgerechnet werden, ermöglicht das EBITDA einen Branchenvergleich auch über Ländergrenzen und Unternehmensformen hinweg.
  • Unternehmensbewertung: Der EV/EBITDA-Multiple ist das meistverwendete Bewertungsverfahren in M&A-Transaktionen weltweit – und damit die Basis für den Unternehmenswert in Kaufpreisverhandlungen.
  • Kreditwürdigkeitsprüfung: Banken und Kreditgeber verwenden das Verhältnis von Nettoverschuldung zu EBITDA (Debt/EBITDA-Covenant), um die Kreditwürdigkeit und finanzielle Leistungsfähigkeit eines Unternehmens zu beurteilen.
  • Management-Incentives: Variable Vergütungssysteme für Führungskräfte werden häufig an EBITDA-Ziele gekoppelt, weil die Kennzahl Manipulationen durch die Finanzierungswahl erschwert.
  • Grundlage für M&A-Verhandlungen: In jeder Unternehmenstransaktion ist das EBITDA der erste Ankerpunkt, um den Wert des Kerngeschäfts zu bestimmen.

EBITDA-Varianten: Adjusted, Run-Rate, LTM und Marge

In der Praxis begegnet man selten dem «reinen» EBITDA. Stattdessen werden verschiedene Varianten verwendet:

  • Adjusted EBITDA (bereinigtes EBITDA): Das bereinigte EBITDA eliminiert Sondereffekte, die nicht zum normalen Geschäftsbetrieb gehören – etwa Restrukturierungskosten, Einmalabfindungen, ausserordentliche Erträge oder Aufwendungen für nicht weitergeführte Aktivitäten. Es soll die nachhaltige Ertragskraft des Unternehmens zeigen. Das bereinigte EBITDA ist in M&A-Prozessen die entscheidende Verhandlungsgrösse.
  • Run-Rate EBITDA: Wenn ein Unternehmen erst seit wenigen Monaten unter neuer Struktur operiert – beispielsweise nach einer Akquisition oder einem Relaunch – wird das EBITDA auf 12 Monate hochgerechnet. Das Run-Rate EBITDA gibt an, was das Unternehmen auf Jahresbasis erwirtschaften würde.
  • LTM-EBITDA: «Last Twelve Months» bezeichnet die tatsächlich erzielten Ergebnisse der vergangenen zwölf Monate. Dieser Wert ist besonders relevant, wenn ein Jahresabschluss noch nicht vorliegt oder wenn saisonale Effekte geglättet werden sollen.
  • EBITDA-Marge: Die EBITDA-Marge ergibt sich aus EBITDA dividiert durch Umsatz, multipliziert mit 100 Prozent. Sie ist eine wichtige Rentabilitätskennzahl, die zeigt, wie viel vom Umsatz als operativer Gewinn verbleibt. Eine hohe EBITDA-Marge signalisiert eine effiziente Kostenstruktur; eine höhere EBITDA-Marge gegenüber Wettbewerbern ist ein klarer Werttreiber.

Abgrenzung zu verwandten Kennzahlen

Das EBITDA steht nicht allein. Eine Übersicht der wichtigsten Kennzahlen:

  • EBITDA: Operativer Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (D&A) – verwendet für Unternehmensbewertung und Branchenvergleich.
  • EBIT: Operativer Gewinn vor Zinsen und Steuern, jedoch nach Abschreibungen – relevant für das Betriebsergebnis und die EBIT-Marge.
  • EBT: Ergebnis vor Steuern – dient der Steueranalyse und zeigt den Gewinn nach Zinsen, aber vor Steueraufwand.
  • EBITA: Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Amortization – wird eingesetzt, wenn der Goodwill aus Akquisitionen herausgerechnet werden soll.
  • Net Income (Jahresüberschuss): Gewinn nach allen Abzügen – Grundlage für die Beurteilung der Aktionärsrendite.
  • Free Cash Flow: Tatsächlicher Mittelzufluss nach Investitionen – die massgebliche Grösse für die Liquiditätsanalyse.

Besonders wichtig ist die Abgrenzung zwischen EBITDA und Free Cash Flow: Viele Unternehmen haben ein hohes EBITDA, aber einen schwachen operativen Cashflow. Der Grund liegt darin, dass das EBITDA weder Veränderungen im Working Capital noch Investitionen (Capex) berücksichtigt. Ein Unternehmen kann buchhalterisch profitabel sein und trotzdem unter Liquiditätsengpässen leiden.

Das Betriebsergebnis (EBIT), auch bekannt als Earnings before Interest and Taxes, unterscheidet sich vom EBITDA dadurch, dass es Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte enthält. Das operative Ergebnis ist damit konservativer und näher am tatsächlichen wirtschaftlichen Verbrauch von Vermögenswerten.


Kritik und Einschränkungen des EBITDA

So nützlich das EBITDA ist – es hat reale Schwächen, die in der Praxis oft unterschätzt werden:

  • Capex wird ignoriert: Ein produzierendes Unternehmen, das jährlich hohe Investitionen in Maschinen und Anlagen tätigen muss, hat ein strukturell anderes Profil als ein Softwareunternehmen – auch wenn beide dasselbe EBITDA ausweisen. Das EBITDA sagt nichts über den Investitionsbedarf aus.
  • Kein Ausdruck der Liquidität: Veränderungen im Working Capital – also Verschiebungen bei Forderungen, Vorräten und Verbindlichkeiten – fliessen nicht ins EBITDA ein. Der operative Cashflow ist daher eine realistischere Liquiditätsgrösse.
  • EBITDA-Window-Dressing: Weil das bereinigte EBITDA viel Spielraum bei der Definition von «Sondereffekten» lässt, kann es zu Bereinigungsexzessen kommen. Manche Unternehmen bereinigen systematisch so viele Positionen heraus, dass das bereinigte EBITDA kaum noch etwas mit der wirtschaftlichen Realität zu tun hat.
  • Warren Buffett’s Kritik: Der legendäre US-Investor hat das EBITDA wiederholt als irreführend bezeichnet, weil Abschreibungen keine fiktiven Kosten seien. Anlagen verschleissen tatsächlich, und ihre Erneuerung kostet Geld. «Depreciation is a real cost» – dieser Satz gilt auch im Schweizer Mittelstand.
  • Regulatorische Hinweise: Die US-amerikanische SEC verlangt bei der Verwendung von Non-GAAP-Kennzahlen wie dem EBITDA eine transparente Überleitung zur nächsten GAAP-Kennzahl. In der Schweiz gibt es vergleichbare Empfehlungen unter IFRS, auch wenn keine explizite Pflicht besteht.

EBITDA in der Praxis: Unternehmensbewertung und M&A

EV/EBITDA-Multiple: Erklärung und Herleitung

Der gebräuchlichste Bewertungsansatz in M&A-Transaktionen ist das EV/EBITDA-Multiple. Der Enterprise Value (EV) ist der Gesamtwert eines Unternehmens inklusive Schulden und Minderheitsanteile, abzüglich liquider Mittel. Dividiert man den Enterprise Value durch das EBITDA, ergibt sich der Multiple:

Enterprise Value = EBITDA × Multiple

Ein EBITDA-Multiple von 8x bei einem EBITDA von 1 Million Franken bedeutet: Der Unternehmenswert (Enterprise Value) beträgt 8 Millionen Franken.

Typische Multiples nach Branche

Die Höhe des Multiples variiert erheblich je nach Branche, Wachstumsperspektive und Marktposition:

  • IT / Software (SaaS): 10x bis 20x oder höher, weil wiederkehrende Umsätze und Skalierbarkeit belohnt werden
  • Industrie / Maschinenbau: 5x bis 8x, kapitalintensiv mit hohen Abschreibungen
  • Handel: 4x bis 6x, wegen hoher Materialkosten und dünner Margen
  • Dienstleistung: 5x bis 9x, je nach Abhängigkeit von Schlüsselpersonen

Due Diligence: Wie prüft ein Käufer das EBITDA?

In der Due Diligence normalisiert der Käufer das EBITDA des Zielunternehmens. Er prüft: Welche Positionen wurden bereinigt? Sind Eigenleistungen korrekt verbucht? Gibt es Risiken, die das EBITDA in Zukunft belasten könnten? Wurden Aufwendungen zeitlich verschoben, um das Ergebnis kurzfristig zu schönen?

Die Perspektiven von Verkäufer und Käufer auf das bereinigte EBITDA weichen oft erheblich voneinander ab. Der Verkäufer möchte möglichst viele Einmaleffekte herausrechnen, um ein höheres EBITDA – und damit einen höheren Kaufpreis – zu rechtfertigen. Der Käufer hingegen hinterfragt jede Bereinigung kritisch und möchte wissen, ob das EBITDA nachhaltig reproduzierbar ist.


Branchenspezifische Besonderheiten

Das EBITDA ist nicht für alle Branchen gleich aussagekräftig:

In kapitalintensiven Industrien wie Maschinenbau, Transportwesen oder Immobilien ist der Unterschied zwischen EBITDA und EBIT besonders gross, weil hohe Abschreibungen das Betriebsergebnis stark reduzieren. Das EBITDA erscheint hier attraktiver, bildet aber den tatsächlichen Wertverzehr schlechter ab.

Im Software- und SaaS-Bereich gilt die EBITDA-Marge als zentraler Effizienzindikator. Die «Rule of 40» – ein bekannter Benchmark – besagt, dass Wachstumsrate und EBITDA-Marge zusammen mindestens 40 Prozent betragen sollten.

Im Handel ist das EBITDA strukturell tiefer, weil hohe Materialkosten und enge Margen wenig Spielraum lassen.

Im Dienstleistungssektor nähern sich EBITDA und EBIT stark an, weil kaum Abschreibungen auf Sachanlagen oder immaterielle Vermögenswerte anfallen. Das EBITDA entspricht hier weitgehend dem operativen Gewinn.


Fazit: EBITDA richtig einordnen

Das EBITDA ist eine mächtige betriebswirtschaftliche Kennzahl – vorausgesetzt, man weiss, was sie aussagt und was nicht. Sie macht Unternehmen vergleichbar, schafft eine gemeinsame Gesprächsgrundlage in Transaktionen und bildet die Basis für die Unternehmensbewertung im Schweizer KMU-Markt. Gleichzeitig darf das EBITDA nie isoliert betrachtet werden: Es ignoriert Investitionsbedarf, Liquidität und Kapitalstruktur. Eine fundierte Entscheidung im Unternehmenskauf oder -verkauf erfordert immer auch den Blick auf den Free Cash Flow, den Enterprise Value, die EBIT-Marge und weitere wichtige Kennzahlen.


FAQ – Häufig gestellte Fragen zum EBITDA

Kann das EBITDA negativ sein?

Ja. Ein negatives EBITDA bedeutet, dass das Unternehmen selbst auf der operativen Ebene – also vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen – einen Verlust erwirtschaftet. Das ist bei Start-ups in der Wachstumsphase gelegentlich bewusst geplant, bei etablierten KMU hingegen ein deutliches Warnsignal.

Was ist eine «gute» EBITDA-Marge?

Das hängt stark von der Branche ab. Im Softwarebereich gelten 20 bis 30 Prozent als solide. Im Handel sind 5 bis 8 Prozent bereits ordentlich. Im Maschinenbau liegt der Richtwert bei 10 bis 15 Prozent. Wichtiger als ein absoluter Wert ist der Branchenvergleich: Eine hohe EBITDA-Marge im Verhältnis zu Mitbewerbern ist ein Indikator für eine starke Marktposition und effiziente Strukturen.

Warum weichen Adjusted EBITDA und EBITDA oft stark voneinander ab?

Das Adjusted EBITDA kann deutlich vom EBITDA abweichen, weil es um Positionen bereinigt wird, die nicht als repräsentativ für die nachhaltige Ertragskraft eines Unternehmens gelten. Je umfangreicher diese Bereinigungen ausfallen, desto grösser ist die Differenz zwischen EBITDA und Adjusted EBITDA. Ein typisches Beispiel in KMU-Transaktionen sind überhöhte Eigentümerlöhne: Liegt der effektiv bezogene Lohn des Eigentümers über einem marktüblichen Gehalt für eine vergleichbare Ersatzfunktion, kann die Differenz als Bereinigung berücksichtigt werden. In M&A-Prozessen führen solche Anpassungen häufig zu Diskussionen zwischen Käufer und Verkäufer. Umso wichtiger ist es, sämtliche Bereinigungen transparent zu dokumentieren, nachvollziehbar zu begründen und kritisch prüfbar zu machen.

Wie berechne ich das EBITDA aus dem Jahresabschluss?

Nehmen Sie den Jahresüberschuss aus der GuV. Addieren Sie den Zinsaufwand (netto), den Steueraufwand, die Abschreibungen auf Sachanlagen sowie die Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände. Bei Bedarf finden Sie Abschreibungspositionen im Anhang zum Jahresabschluss oder im Anlagenspiegel. Unter Swiss GAAP FER und IFRS sind diese Angaben standardisiert verfügbar.

Was bedeutet ein EBITDA-Multiple von 8x?

Ein Multiple von 8x bedeutet: Der Käufer zahlt das Achtfache des jährlichen EBITDA als Kaufpreis (Enterprise Value). Bei einem EBITDA von 1.5 Millionen Franken entspricht das einem Unternehmenswert von 12 Millionen Franken. Ob 8x günstig oder teuer ist, hängt von der Branche, der Wachstumsdynamik, der Qualität des Managements und der Nachhaltigkeit der Erträge ab.

«Im anspruchsvollen Verkaufsprozess würden wir jederzeit wieder mit Trown Partners zusammenarbeiten. Den persönlichen und professionellen Austausch haben wir sehr geschätzt.»

Urs Antener / Thomas Widmer, Gründer und Verkäufer AAA EDV

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